Öltanker

Öltanker sind Schiffe, die speziell für den Transport von Erdöl gebaut werden. Öltanker, die den europäischen Markt mit Rohöl aus den erdölfördernden Länder versorgen, haben fast immer eine Größe von über 100.000 BRT. Ihr Antrieb ist zu 90 % eine Dampfturbine. Dieses bietet sich bei der Konstruktion eines solchen Schiffes an, da zur Beheizung der Ladung große Dampfkessel sowieso an Bord sind. Rohöl wird im beheizten Zustand geladen und wird während der gesamten Seereise weiterhin beheizt, um im Löschhafen abgepumpt werden zu können. Da Geschwindigkeit beim Transport von Erdöl nicht so wichtig ist, sind Öltanker mit etwa 15 Knoten (28 km/h) relativ langsame Schiffe.

Größenwachstum

 

Der erste Öltanker war die ''Glückauf'', die am 13. Juli 1886 zu ihrer ersten Fahrt auslief. Sie war 97 Meter lang und konnte rund 3000 Tonnen Öl laden. Da die Transportkosten pro Tonne Rohöl bei größeren Schiffen niedriger sind, wurden immer größere Öltanker gebaut. Der erste Tanker mit über 100.000 Tonnen wurde 1959 gebaut, 1966 folgte der erste 200.000 Tonnen-Tanker, die "Idemitsu Maru", bereits 1968 wurde die 300.000 Tonnen-Grenze mit der "Universe Ireland" überschritten.1973 folgte mit 480.000 tdw die "Globtik Tokyo". 1976 wurde zum ersten Mal ein Tanker mit mehr als 500.000 Tonnen Ladevermögen in Dienst gestellt, mit der "Batillus". Nur wenige Schiffe dieser Größenklasse wurden gebaut. Der 1979 gebaute Tanker, ''Seawise Giant'', später umbenannt in ''Jahre Viking'' ist der größte Tanker der Welt.

Öltanker über 200.000 Tonnen werden als VLCC (Very Large Crude Carrier), Tanker über 300.000 Tonnen als ULCC (Ultra Large Crude Carrier) bezeichnet. Bei einem Gesamtgewicht von über 250.000 t spricht man von einem '''Supertanker'''. Trotz ihrer Größe kommen auch die größten Tanker in der Regel mit 30-40 Mann Besatzung aus.

Das Größenwachstum brachte jedoch nicht nur Vorteile, sondern führte auch zu Problemen. Bei Schiffen dieser Größe treten strukturelle Probleme auf, da die Kräfte, die auf die 3-4 cm dicke Schiffshülle wirken, so groß sind, dass es zu Verformungen und Rissen kommen kann. Durch den großen Tiefgang können nur noch wenige Häfen angelaufen werden, außerdem sind sie zu breit für den Panama-Kanal|Panama- und Suez-Kanal. Die Idee, derartig große Seeschiffe zu bauen, ist auf die Sperrung des Suezkanals zwischen 1967-1975 zurückzuführen. In dieser Zeit mussten sämtliche Schiffe im Asien und Nahost-Dienst Afrika umfahren. Nachdem der Suezkanal wieder freigegeben wurde, waren derartig große Schiffe aufgrund der längeren Reisezeit unrentabel und wurden größtenteils abgetakelt, oder umfunktioniert.